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Band




Als Thees Uhlmann zusammen mit Christian "Stemmi" Stemmann und zwei weiteren Mitstreitern die Band "Warpigs" gründete, war noch nicht abzusehen, was eines Tages daraus entstehen würde. Dies geschah Ende der 80er Jahre in einem niedersächsischen 9.000-Seelen-Kaff namens Hemmoor. Die Band, die sich nach einigen Umbesetzungen bald - frei nach Astrid Lindgren - in "Tomte Tummetott" umbenannte und kurze Zeit später auch auf den Nachnamen des Wichtels verzichtete, nahm in Eigenregie zwei Demotapes auf. So richtig old-school im Wohnzimmer von Stemmis Eltern. Dass diese Lieder heutzutage so gut wie gar nicht mehr auffindbar sind - dafür wird die Band sicherlich einen guten Grund haben...

Mittlerweile waren Tomte durch die Verpflichtung von Drummer Timo Bodenstein, natürlich ebenfalls aus Hemmoor, zu einem festen Trio geworden, das per Achtspurtechnik die erste - einigermaßen professionell aufgenommene - EP veröffentlichte. Mittlerweile schrieb man das Jahr 1996 - das Jahr, in dem die deutschen Kicker zum vorerst letzten Mal Europameister wurden und Jan Ullrich die Tour de France noch nicht gewinnen durfte. Die 7"-Single hörte auf den Namen "Blinkmuffel", beinhaltete die ersten vier "echten" Tomte-Songs und brachte der Band auch endlich jenseits der niedersächsischen Einöde ein wenig Aufmerksamkeit. Unter anderem fand der damalige ...But Alive- (und jetzige kettcar-)Frontmann Marcus Wiebusch Gefallen an der Band und produzierte für das Trio das erste Album. "Du weißt, was ich meine" erschien schließlich 1998, Thees und Stemmi wechselten sich an Gitarre, Bass und Leadgesang ab und sorgten nicht nur dadurch für ein abwechslungsreiches Album, das musikalisch mittlerweile weit weg vom Punkrock der Anfangstage war. Tourneen (u.a. mit den Weakerthans) machten Tomte mittlerweile bundesweit bekannter als die Band mit dem sabbelnden Frontmann, die in Punkschuppen - aber keinen Punk - spielt und trotzdem - oder gerade deshalb - ganz cool ist.

Als Meilenstein in der Entwicklung der mittlerweile in Hamburg ansässigen Band galt schließlich das zweite Album "Eine sonnige Nacht". Es erblickte im Jahr 2000 auf dem eigenen Label "Hotel van Cleef" das Licht der Musikwelt und enthält mit "Korn & Sprite" und "Wilhelm das war nichts" mindestens zwei Songs, die auch heute auf Tomte-Konzerten nicht fehlen dürfen. Thees rückte mehr und mehr in den Vordergrund, Stemmi hingegen verließ kurz nach der Veröffentlichung die Band. Für ihn rückte Oliver Koch als neuer Mann nach, der zuvor bei der Rendsburger Hardcore-Band Loxiran und bei den Bielefeldern von Enfold den Bass zupfte. Über ihn stößt wenig später auch Dennis Becker als zweiter Gitarrist auf Livekonzerten zu Tomte. Dieser wird bereits zu den Aufnahmen des dritten Albums offiziell ins Bandgefüge annektiert.

Dieses ominöse dritte Album sollte dann den endgültigen Durchbruch für Tomte darstellen. Mittlerweile hatte Thees in Hamburg zusammen mit Reimer Bustorff und Marcus Wiebusch von kettcar das Label "Grand Hotel van Cleef" aufgezogen, die Indie-Welt sehnte sich nach zweieinhalb Jahren nach neuem Tomte-Stoff. Und tatsächlich: Das im Frühjahr 2003 veröffentlichte "Hinter all diesen Fenstern" übertraf alle Erwartungen. Sowohl in den Kritiker- als auch in den Leser-Jahrescharts aller wichtigen Musikmagazine landeten Tomte auf den vorderen Plätzen, das Video zur Single "Schreit den Namen meiner Mutter" lief sogar auf MTViva rauf und runter. Klingeltöne dazu gab es aber nicht.

Da der Tomte-Sound auf Platte immer pompöser und hymnischer wurde, baute man das Bandgefüge einfach weiter aus, Max Martin Schröder, auch bekannt als "der Hund Marie", bediente fortan alle Instrumente, die noch fehlten: Keyboard, Percussion-Kram, manchmal sogar die dritte Gitarre. Als Quintett machte man sich an den vierten Longplayer, der Tomte nun sogar weit nach oben in die Verkaufscharts spülen sollte: "Buchstaben über der Stadt" erreichte Anfang 2006 einen unglaublichen vierten Platz in den Album-Charts und manifestierte die Band, die es mittlerweile nach und nach in die Bundeshauptstadt Berlin zog, als eine der wichtigsten deutschen Rockbands. Die Singles "Ich sang die ganze Zeit von Dir", "Norden der Welt" und "New York" taten ihr Übriges.

Da Tomte unglaublich gerne touren, vergingen erneut zweieinhalb Jahre, ehe nun Album Nummer 5 veröffentlicht wurde. In der Zwischenzeit hatten Timo Bodenstein und Oliver Koch die Band verlassen. Multiinstrumentalist Max Martin Schröder wechselte kurzerhand an die Drums, Simon Frontzek von Sir Simon Battle und Nikolai Potthoff aus dem muff potter-Umfeld übernahmen Keyboard und Bass. Mit der ersten Single "Der letzte große Wal" meldeten sich Tomte schließlich im Spätsommer 2008 endlich zurück, das Album "Heureka" erschien am 10. Oktober. Und es besteht kein Zweifel daran, dass die Erfolgsgeschichte von Tomte auch danach fortgeschrieben wird...





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